Bayern: Routinewaffenkontrolle – Zwei Behördenmitarbeiter erschossen

Bei einer behördlichen Routinekontrolle in einem Wohnhaus in der Oberpfalz, erschoss der Waffenbesitzer aus weiterhin unbekannten Gründen zwei Behördenmitarbeiter. Im Anschluss hatte sich der mutmaßliche Schütze verschanzt. Nach mehreren Stunden wurde er leicht verletzt überwältigt.

Eine routinemäßige Waffenkontrolle in Berngau im Landkreis Neumarkt in der Oberpfalz hat am gestrigen Nachmittag zwei Todesopfer gefordert. Nach den unmittelbaren tödlichen Schüssen auf zwei Mitarbeiter des Landratsamtes Neumarkt konnte die Polizei mit ihrem Großaufgebot nach Stunden vor Ort den mutmaßlichen Täter festnehmen. Wie ein Polizeisprecher dem Sender BR 24 mitteilte, wurde der 60-jährige Mann dabei durch Schüsse ins Bein verletzt. 

Ein für sich unspektakulärer Routinetermin bei einem Sportschützen endet für eine Mitarbeiterin und einen Mitarbeiter des Landratsamtes Neupfalz mit dem Tod. Die beiden Kontrolleure sollten unter anderem überprüfen, ob der Mann seine Waffen ordnungsgemäß lagert. Die beiden Erschossenen wurden nach Eintreffen der Einsatzkräfte vor und aus dem Haus des Waffenbesitzers geborgen.

Gegen 14 Uhr am Donnerstagnachmittag hatten mehrere Anwohner bei der Polizei mehrere Schussgeräusche gemeldet. Ein Großeinsatz der bayerischen Polizei samt angeforderten Rettungskräften zog sich dann bis tief in die Nacht hin. Ein Spezialeinsatzkommando, unter anderem mit einem gepanzerten Fahrzeug, kam am Tatort zum Einsatz. Ein angeforderter Polizeihubschrauber wurde hinzugezogen, "um den Einsatzkräften einen Überblick zu verschaffen". 

Nach dem Eintreffen der Einsatzkräfte wurde der 45-jährige Behördenmitarbeiter leblos auf dem Boden vor dem Wohnhaus aufgefunden. Lokale Medien berichten zum weiteren Verlauf:

"Der Tatverdächtige meldete sich telefonisch bei der Einsatzzentrale. Er gab in den folgenden Gesprächen an, in seiner Wohnung und im Besitz von Schusswaffen zu sein, so eine Polizeisprecherin. Er habe zudem zugegeben, geschossen zu haben – 'und angekündigt, nicht widerstandslos aufgeben zu wollen'."

Die 54-jährige Kollegin verstarb gemäß den Angaben der Polizei ebenfalls bereits nach der Abgabe der ersten Schüsse und konnte erst zu einem späteren Zeitpunkt im Wohnhaus des Schützen geborgen werden.

Nach BR 24-Informationen waren zwischenzeitlich "rund 150 Polizisten vor Ort, darunter auch Spezialkräfte, sowie weitere 90 Einsatzkräfte aus der Rettung, Krisenintervention und vom THW". Laut einem Polizeisprecher hatte sich der mutmaßliche Schütze nach seiner Amoktat in dem Gebäude verschanzt, wobei die Spezialkräfte das Grundstück umstellten. Am späten Abend ergänzte dann eine Sprecherin, "dass die Polizei inzwischen mit dem Mann Verhandlungen aufgenommen habe", der jedoch demnach "darauf beharrte, nicht widerstandslos aufgeben zu wollen".

Erfahrene Spezialisten hätten über Stunden hinweg versucht, den Mann zum Aufgeben zu bewegen. Erst in der Nacht griffen die Einsatzkräfte schließlich zu, wobei die Beamten laut Medien in das Wohnhaus eindrangen, um den Mann zu überwältigen. Mithilfe von Sprengmitteln und Schüssen wurde der 60-Jährige festgenommen und dabei durch einen Beinschuss verletzt.

Zum Tatmotiv machte die Polizei in der Nacht keine Angaben. Die Kriminalpolizei Regensburg hat die Ermittlungen aufgenommen.

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