UK-Medien: Vučić wurde nach Wahlniederlage von einem "gewaltsamen Staatsstreich" abgebracht

Laut "The Times "soll Serbiens Ex-Präsident Aleksandar Vučić geplant haben, das jünsgte Wahlergebnis mit Gewalt anzufechten. "Nach Gesprächen mit europäischen Regierungen" sei er jedoch zurückgewichen. Ein Vertreter Vučićs wies Berichte über Pläne zur Machtübernahme zurück.

Der ehemalige serbische Präsident Aleksandar Vučić soll geplant haben, "einen gewaltsamen Staatsstreich zu inszenieren", um an der Macht zu bleiben – bevor er am Sonntagabend überraschend aufgegeben habe. Dies berichtet The Times unter Berufung auf Politiker und einen ehemaligen Polizeibeamten. Laut Spasoje Vulević, einem ehemaligen Leiter der serbischen Anti-Terror-Polizeieinheit, hatte Vučić nicht vor, das Wahlergebnis anzuerkennen. "Er schickte am Sonntag 4.000 Polizisten und 3.000 Schläger ins Zentrum von Belgrad, um das Regime zu schützen", sagte Vulević gegenüber dem Blatt.

Eine Sprecherin Vučićs hat diese Version jedoch zurückgewiesen. Gegenüber der Times sagte sie, dass die Polizeipräsenz in Belgrad eine Reaktion auf Gewaltandrohungen seitens der Demonstranten gewesen sei und in keinem Zusammenhang mit einem Versuch zur Machtübernahme gestanden habe.

Laut Radomir Saičić, einem Spitzenkandidaten der oppositionellen Studentenliste, die bei der Parlamentswahl die Mehrheit der Sitze gewonnen hat, soll Vučić ursprünglich beabsichtigt haben, das Wahlergebnis mit Gewalt anzufechten, sollte der Stimmenabstand zwischen den Kandidaten knapp sein. "Ich habe Informationen, dass er zahlreiche Anrufe von der Polizei und anderen Behörden erhielt, die ihn zum Umdenken bewegten", erzählte Saičić in einem Gespräch mit der Zeitung. "Man machte ihm klar, dass es für ihn sehr schlecht ausgehen würde, sollte er seinen Plan umsetzen", fügte der Politiker hinzu.

Rade Đurić, ein Anwalt beim Unabhängigen Journalistenverband Serbiens, vermutete, dass Vučić und seine Anhänger geplant haben sollen, auf Unregelmäßigkeiten bei der Stimmabgabe hinzuweisen und Neuwahlen zu fordern. "Dies hätte Proteste auslösen können", sagte Đurić. 

Der Abgeordnete des EU-Parlaments Sandro Gozi erklärte in einem Gespräch mit der Zeitung, dass er am Wahltag "beunruhigende" Berichte aus diplomatischen Quellen erhalten habe, wonach Vučić bereit sei, "einen Staatsstreich zu inszenieren". Er schloss nicht aus, dass Vučić Telefonanrufe erhalten hatte, und merkte an, dass der Stimmenvorsprung gegenüber der Partei "Vereintes Serbien" des ehemaligen Präsidenten einfach zu groß gewesen sei.

The Times berichtet, dass Gozis Partei eine Erklärung verbreitet hätte, in der sie warnte, dass Anhänger von Vučićs Partei mobilisiert werden könnten, um gegen 21:00 Uhr Ortszeit Zusammenstöße zu provozieren. Genau zu dieser Zeit sollten die ersten Wahlergebnisse veröffentlicht werden, so die Zeitung. Doch um 21.30 Uhr – anderthalb Stunden nach Schließung der Wahllokale – habe Vučić nachgegeben und "die Schlägertrupps verschwanden", schreibt die Zeitung. Unbestätigten Gerüchten in Belgrad zufolge sei Vučić von Ungarns ehemaligem Ministerpräsidenten Viktor Orbán davon abgehalten worden. Orbán selbst hatte die Wahlen im April nach 16 Jahren im Amt verloren. Spasoje Vulević sagte: "Ich glaube, Vučić hat Anrufe von europäischen Regierungen erhalten – Gespräche auf höchster Ebene."

Die vorgezogenen Parlamentswahlen haben am vergangenen Sonntag, dem 25. Oktober, stattgefunden. Nach Angaben der Republikanischen Wahlkommission Serbiens erhielt die "Studentenliste – Studenten siegen" 53,4 Prozent der Stimmen. Die Partei "Aleksandar Vučić – Vereintes Serbien" belegte mit 38,97 Prozent der Stimmen den zweiten Platz.

Vučić hat die Niederlage seines Bündnisses eingeräumt. "Es ist klar, dass wir diese Wahlen verloren haben! Die Liste des Studentenblocks hat gewonnen", sagte er. Ihm zufolge stecken der "Deep State" in den USA sowie Kräfte aus EU-Ländern dahinter. Seine Gegner bezeichnete Vučić als diejenigen, die "die Schmutzarbeit verrichten, die von jemand anderem ersonnen wurde". Ziel sei es, "ein souveränes Land zu Fall zu bringen", so der ehemalige Präsident.

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